Wohlan, du guter und getreuer Knecht... geh ein in die Freude deines Herrn
In der Adventzeit begeleitet uns das Wort „Herberge“ ständig. Herberge – damit verbinden wir oft Urlaub, ein Hotel, vielleicht auch den Stall, in dem Jesu geboren wurde. – Ein Dach über dem Kopf, eine Unterkunft in Form von einem Stall. So erzählt es dir heilige Schrift.
Ein Stall – wohl nicht die nobelste Unterkunft; Nicht das, was wir heute für eine wichtige Persönlichkeit als würdig empfinden würden. In der damaligen Zeit aber wahrscheinlich wärmer, ruhiger und vielleicht auch würdiger als so manche Gaststätte.
Herberge – im Lateinischen: „hospitium“ oder wieder ins Deutsche übersetzt: Hospiz.
Hospiz ist ein Begriff des Mittelalters. Damals werden in vielen Ländern Herbergen für arme Reisende errichtet, damit diese ein Dach über dem Kopf und einen sicheren Aufenthaltsort hatten.
Hospiz – dieses Wort bedeutet für viele ein Ende, ein Abschiednehmen und vor allen Dingen Tod und Trauer.
Und doch ist Hospiz auch etwas anderes – Es ist ein Zuhause für jene, die es auf dem letzten Lebensweg am meisten brauchen. Ein Dach über dem Kopf; Ein würdiger schützender Ort für Menschen, die oft aufgegeben wurden. Ein Ort voller Schmerz und Leid, aber auch ein Ort in dem Menschen hin und wieder richtig aufblühen, in dem Neues entsteht und in dem die Bewohner in ihre Heimat zurückkehren können.
Und immer ist es auch ein Ort der Liebe.
Für Ignatius ist die Liebe ein zentraler Bestandteil seines Lebens und Wirkens. In seinem Exerzitienbuch definiert er:
„Die Liebe besteht in der Mitteilung von beiden Seiten her; das heißt, dass der Liebende dem Geliebten gibt und mitteilt, was er hat, oder von dem, was er hat oder kann, und als Erwiderung ebenso der Geliebte dem Liebenden; hat also der eine Wissen oder Ehren oder Reichtümer, so teilt er sie dem mit, der sie nicht besitzt und auch der andere dem einen“ [EB 231]
Genau diese Art der Liebe wird Tag für Tag in vielen Hospizen auf der ganzen Welt gelebt. Eine Liebe, die sich mit dem Tod vereinbaren lässt?
Pedro Arrupe SJ schreibt 1981, kurz vor einem Hirnschlag, der ihn für acht Jahre ans Krankenbett fesselte:
„Tatsächlich ist der Tod, den man oft sehr fürchtet, für mich eines der am meisten erwarteten Ereignisse, ein Ereignis, das meinem Leben Sinn verleiht... Er bedeutet, sich dem Herrn in die Arme werfen, er bedeutet, die Einladung hören, die man nicht verdient hat, die aber in Wahrheit ergangen ist: >Wohlan, du guter und getreuer Knecht... geh ein in die Freude deines Herrn< (Mt 25,21), er bedeutet, ans Ziel der Hoffnung und des Glaubens zu kommen, um in der ewigen und grenzenlosen Liebe zu leben [...]“
Für mich ein wunderschönes Zitat, welches die Liebe, den Tod und das „Geborgen sein“ auf eine berührende Art und Weise zusammenfasst.
Vielleicht fallen Dir ein paar Menschen ein, die speziell in der Adventzeit Liebe und Geborgenheit brauchen? – Wir alle kennen so viele Menschen. Oft sind sogar unter diesen uns vertrauten Personen welche dabei, die immer wieder einsam sind.
Oft wird gesagt „Weihnachten ist die Zeit der Liebe“ – Zeig’ auch Du deine Liebe und ermögliche diesen Menschen eine würdige Zeit.
Gib ihnen eine Herberge...